Gedanken: Welle des Olymp

Das Buch          Leseprobe           Götterwelt           Gedichte             Der Untertitel              Das Cover                       

Gedanken

Der Roman erzählt von der Beziehung von Britta und Bernhard. Sie gründen eine Familie. Eine Gemeinschaft bildet sich und wird Baustein der Kultur.

Wir Menschen erbauen unsere Kultur. Für den Einzelnen bleibt oft unbewusst, dass sich mit der Kultur etwas Eigenständiges findet, das ihm entgegentritt, dem er zugehörig ist und welches Identität stiftet. Der Mensch möchte Teil seiner Kultur sein, nützliches Mitglied und Gestalter. Wir Menschen sind, was wir erschaffen, und sehnen uns nach dem Aufgehobensein in der selbst gebauten Gemeinschaft. Zugleich: Wir leiden ebenso an unserer Kultur, am Zwang, der von ihr ausgeht, ihren Rahmen, ihre Konventionen, Moral und Gesetze anzuerkennen. Ewig bleibt unsere Sehnsucht nach Zugehörigkeit und ewig gleichfalls unser Widerstand gegen die Unterwerfung.

Hiervon berichtet der Roman „Die Welle des Olymp“. Von dem Verlangen Familie sein zu wollen, von der Einordnung in die Gemeinschaft, der Rebellion gegen ihre Normen und der eigenen Entwicklung in diesem Spannungfeld von Individualität und sozialem Wesen. Am Ende der Auseinandersetzung stehen Erfahrungen, ein vielfältigtes inneres Erleben, das Bewusstsein von sich und der Gemeinschaft gebiert. Es bleibt die Frage nach der Erfüllung und dem Glück, inwieweit diese der Beteilung am Ganzen und der zugleich dem eigenen, individuellen Wandel entwachsen.

Jeder Mensch muss seine Wurzeln leben, sich aus seiner Herkunft weiterentwickeln. Er lebt seine Kultur, das Erbe seiner Ahnen, die Erfahrungen seiner Seele. Auch jede Kultur, jede Menschengemeinschaft schreitet auf dem Erbauten der Vergangenheit fort. Nichts lässt sich überspringen oder auslassen. Wir Menschen mögen uns noch so sehr beschweren, dass das Ungelöste der Vergangenheit uns Last ist. Wir müssen es weiter tragen und bewältigen. Darüber zu wissen und sich des Zurückliegenden zu erinnern hilft auf diesem Weg. Denn unser Schicksal entspringt genau diesen unbewussten Wurzeln.

Betrachten wir die Götter, die die Menschheit in ihrer Wahrnehmung begleiteten und begleiten, dann treffen wir auf das Gestaltende, welches im Unbewussten liegt, und von dem wir Kenntnis zu erlangen trachten. In den Göttern zeigen sich all die Urkräfte unserer Kultur, unserer Seele und Individualität. Rücken wir sie ins Licht, erzählen wir von ihnen in den Mythen und Religionen, dann entfaltet dieser Blick Heilsames, denn er erlaubt es, was uns bestimmt, mehr zu verstehen. Die Götter sind immer auch ein Versprechen für die Zukunft, denn in ihrer Eigenart verweisen sie auf das bewältigte, verstandene Unbewusste. In ihnen finden wir immer auch die Erlösung von Not und Last.

So wandelt sich unsere Wahrnehmung von Schicksal, Urkräften oder Göttern. Sie wandelt sich mit unserer individuellen Entwicklung und der unserer Kultur. In diesem Fortschreiten werden wir zu Individuen, die ihre Welt gestalten. Die Bestimmung der Gemeinschaft über die Ausgestaltung unseres Lebens verliert an Kraft. Auch hiervon erzählt der Roman und schildert sanft, wie der Mensch sich findet.

»Ja, Herakles, welch großer Held!«, meinte Bernhard in einem nachdenklichen Tonfall. »Er lernt seine Begrenzungen, seine Furcht, seine Begierden – sich selbst – zu überwinden. Er schreitet voran, wie sein Vater Zeus es verlangt und gewinnt Freiheit. Die Heldentaten des Herakles entstammen seinem geistigen Wachstum bei der Überwindung aller inneren Grenzen. Am Ende benötigt er die Sterblichkeit nicht mehr.«
Aus: Die Welle des Olymp

 

Zurück